Erlkönig

15. November 2010

„Erlkönig“, Collage

Goethes „Erlkönig“ ist unser Gedicht des Monats. Die düstere, etwas unheimliche Ballade passt gut zum Nebel und zum Grau vom November.

La poesia „Erlkönig“ di Goethe é la nostra poesia del mese. L’atmosfera cupa della ballata richiama le serate buie e nebbiose di novembre.

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind.
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht!
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir,
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind,
In dürren Blättern säuselt der Wind. –

„Willst feiner Knabe du mit mir gehn ?
Meine Töchter sollen dich warten schön,
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düsteren Ort? –
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. –

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!“
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! –

Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

Sandro kennt die Ballade schon länger, etwa aus der Vertonung Schuberts, und aus dieser CD mit Lesungen von Goethes Werken. Auf der anderen CD hören wir uns ab und zu Goethes Lebensgeschichte an. Das Buch „Goethe ist gut“ haben wir gerade zu lesen begonnen.
Wir befassten uns mit verschiedenen Interpretationen des Inhalts, wie man sie hier angeführt findet.
Sandro kennt auch die Version „König Erl“ von Heinz Erhard („… der Knabe lebte, das Pferd war tot“.).

Sandro conosceva la ballata giá da questo CD con la lettura di diverse opere di Goethe e da un CD con canzoni di Schubert. L’altro audiolibro invece racconta la vita di Goethe in modo molto vivo e interessante. Il libro „Goethe ist gut“, che parla sia della biografia che di opere del grande poeta e scienziato, é fra le letture che iniziamo adesso.
Abbiamo discusso le diverse modalitá di interpretare il contenuto della storia raccontata.

Erlkönig with English subtitles:


> Erlkönig pictures


Diesen Kurzfilm fanden wir auch. Die Darstellungen gefallen uns nicht besonders gut, weil wir uns Vater, Sohn und Erlkönig ganz anders vorstellen. Die Musik im Hintergrund macht den Zeichentrickfilm wirklich gruselig, also ich würde sagen: Nicht für jüngere Kinder geeignet!

Abbiamo trovato anche questo cartone animato, a dire il vero i disegni non ci piacciono molto perché  immaginiamo molto diversamente padre, figlio ed Erlkönig, ma la musica in sottofondo fa davvero venire i brividi, direi che non si adatta a bambini piú piccoli!

Diese Version des Schweizer Komikers Marco Rima kommt bei Sandro und auch bei John viel besser an.
Es ist erstaunlich, wie schnell ein Elfjähriger diese Ballade auswendig aufsagen kann, wenn er dabei nur recht unsinnige Grimassen ziehen und allerlei mehr oder weniger passende Bewegungen dazu machen kann. Nach dem, was wir über Goethes Humor gelesen haben, hätte er sicher nichts dagegen. Was ich mich frage, ist, ob ich  Sandros Performance nach Marco Rima im Lernbericht unter „szenische Darstellung“ eintragen kann… 😉

Questa variante di lettura, meno seria, da parte del comico svizzero Marco Rima, ovviamente piace molto di piú a Sandro, e anche a John che l’ha guardata questo finesettimana.
È incredibile la velocitá con la quale un ragazzino di 11 anni riesca a imparare a memoria il testo se puó accompagnarlo con gesti esagerati e strani á la Marco Rima. Da quello che sappiamo sul senso dell‘ humour di Goethe pensiamo che non avrebbe nulla in contrario.

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Das ist es wohl, was ein großes Werk ausmacht: seine Unsterblichkeit, seine Verwandlungsfähigkeit; die Macht, immer wieder neue Begeisterung und Freude an der Sprache und an der Erzählung auszulösen. Danke, Goethe.

E probabilmente é questo ció che definisce una grande opera: la sua immortalitá, il potenziale di variazione e cambiamento senza perdere l’anima originaria, il fascino che si rinnova in continuazione anche dopo molto tempo, nel cambio delle generazioni. Grazie Goethe.



Welcome October

1. Oktober 2010

Den Oktober haben wir mit dem „Herbstlied„, unserem Gedicht des Monats Oktober, begrüßt. Dieses Gedicht wurde zu einem ziemlich bekannten Volkslied vertont – „Bunt sind schon die Wälder“ und ist auch als Melodie sehr stimmungsvoll.

Abbiamo dato il benvenuto all’ottobre con la canzone „Herbstlied“ che si chiama anche „Bunt sind schon die Wälder“ (Canzone d’Autunno: I boschi sono giá colorati), che é anche la nostra poesia del mese; ha una piacevole melodia.

In Italienisch haben wir Rosalbas Kurztext „Ottobre“ zur Hand genommen. Zum „Herbstlied“ hat Sandro noch eine eigene Strophe dazugedichtet.
Sandro ha poi inventato la quinta strofa per la poesia. Per inaugurare l’ottobre in lingua italiana abbiamo preso spunto dalle proposte di Crescere Creativamente.

Fort die Schwalben schon ziehen,
müde meckern die Ziegen.
Kürzer wird der Tag.
Im hellen Schein der Kerzen
wärmen sich Menschenherzen.
Das ist, was ich mag.

Als Einstimmung auf den kommenden Erntedanksonntag malte Sandro ein Stillleben zum Aufhängen an die Tür: 4×1, also viermal dasselbe Motiv in jeweils anderer Technik.
Domenica é la Festa del Ringraziamento; Sandro ha fatto un disegno da appendere alla porta d’ingresso nel metodo 4×1, cioé la stessa natura morta in quattro tecniche di disegno diverse.

Während er malte und zeichnete, las ich ihm verschiedene passende Geschichten aus meinem alten Kinderbuch „Geschichten fürs Kinderzimmer“ vor.

Mentre lui disegnava, gli ho letto diverse storie sull’autunno da un mio vecchio libro d’infanzia.

Wie die Geschichte vom grimmigen gelben Kürbis, oder vom Vogelscheuchenjungen, oder vom dummen Jungen, der die Geschenke der Tier- und Pflanzenwelt nicht zu schätzen wusste und daher schlimme Erfahrungen machen musste.

Come la storia della terribile zucca, o del bambino-spaventapassero, o del stupido ragazzo che non era in grado di apprezzare i regali dal mondo delle piante e degli animali e cosí ha dovuto fare un paio di brutte esperienze.

Im Oktober genießt man die Stunden, in denen die Sonne sich zeigt, umso mehr.

In ottobre siamo ancora piú consapevoli della bellezza che sta nelle ore in cui il sole ci fa compagnia.

Jetzt kommen die Wochen, die uns wunderbare Farben in der Natur schenken; Farben, die sich von einem Tag zum nächsten schon wieder völlig verändert haben.

Ora arrivano le settimane che colorano la natura di tinte che cambiano da un giorno all’altro.

Und an stürmischen Tagen, an denen der Wind an den Fensterläden rüttelt, bastelt man an Dekorationen für Halloween, vielleicht sucht man auch schon nach einer neuen Idee für eine Sankt-Martins-Laterne oder denkt gar an Weihnachtsgeschenke.

E nelle giornate di tempesta, quando il vento soffia forte contro le finestre, si inizia a fare decorazioni per Halloween, o forse si cerca giá qualche idea per una lanterna di San Martino, o per i regali di Natale.

Schönen Oktober.

Buon ottobre.


Two Meters For Mr Georg Friedrich Händel!

21. September 2010

Zum Komponisten des Monats September hat Sandro Georg Friedrich Händel ernannt. Dieser ist seit einer Weile sein Lieblingskomponist.

Come compositore del mese di settembre Sandro ha scelto Georg Friedrich Händel. Da qualche tempo é il suo compositore di musica classica preferito, ovvio che tocca a lui per primo!

Für Händel gibt es eine zwei Meter lange Girlande aus Info-Kärtchen zu seinem Leben und Werk, eine Mischung also zwischen Zeitleiste und Sätzen. Dazu habe ich Sandro passende Bilder ausgedruckt, wie jene der Könige Georg I. und George II. (Georg scheint damals ein beliebter Name gewesen zu sein!)

Per Händel ha preparato una ghirlanda di due metri, fatta da info-cartoline sulla sua vita e le sue opere, praticamente un misto fra linea/corda del tempo e testo. Gli ho stampato alcune immagini come quelli di Re Giorgio I e Giorgio II di Gran Bretagna. (Pare che Giorgio – George – Georg sia stato un nome usato spesso, a quell’epoca!)

Selbstverständlich hörten wir uns passende Musik dazu an:

Ovviamente abbiamo ascoltato la sua musica:

Und einige nützliche Infos fanden wir auf diesen Seiten:
Zum Händel-Jahr 2009 – Deutscher Bildungsserver
Händel-Haus
Zeno.org: ein ganzes online-Buch über Händel von F. Chrysander
Händel, der Musik-Manager
G. F. Handel by Harmony Art Mom

Su queste pagine abbiamo trovato diverse informazioni.

Das Schönste aber war das Hörbuch aus der Serie „Wir entdecken Komponisten“, aus der Leihbibliothek. Hier gibt es dazu ein Hörbeispiel zum Reinhören zur CD „Händel – Kein Feuerwerk für den König“. Absolut zu empfehlen, wir haben es bereits öfter angehört.

Una delle cose piú belle peró é l’audiobook in lingua tedesca sulla vita di Händel. Fa parte di una serie su diversi componisti importanti fatto apposta per ragazzi, l’abbiamo trovato in biblioteca e giá ascoltato diverse volte. Dopo ti sembra di aver visto un film, é fatto talmente bene!

Und zum Schluss: ein Bild in Kratz-Technik zu Händels Feuerwerksmusik.

E, per concludere, un disegno fatto in tecnica colora-e-gratta sul tema della Musica per i Reali Fuochi d’Artificio di Händel.


Poem of the Month September

15. September 2010

Septembermorgen

von Eduard Mörike

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen;
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

„Septembermorgen“: Diesem unserem Gedicht des Monats September haben wir uns heute gewidmet.
Zuerst lasen wir es einige Male gemeinsam.
Dann analysierten wir es auf Inhalt und Form. Auf einem Ausdruck malte Sandro jeweils die sich reimenden Worte in einer gemeinsamen Farbe an.
Danach dichteten wir, so gut es ging im mörik’schen Stil, eine zweite Strophe dazu.

Hier ist Sandros Version:

Nach Obst und Früchten riecht die Luft,
Die Bauern sind beim Pflücken.
Ein Hochgenuss ist dieser Duft,
Das merkt sogar ein jeder Schuft,
Im Herzen fühlt man Freudensluft
Und herrliches Entzücken.

Mein Gedicht geht so weiter:

Noch ist das Gras hier hell und grün,
Noch seh‘ ich Schwalben fliegen;
Doch bald schon woll’n sie weiterzieh’n
Nach Süden und zur Sonne hin –
Wann werden wir uns wiederseh’n?
Ich wünsch‘ euch Glück, ihr Lieben.

Das hat auch mir Spaß gemacht!
Ich finde, an einem bestehenden Gedicht weiterzuschreiben ist eine sehr gute Möglichkeit, sich in den Dichter hineinzuversetzen und zu versuchen, sich seinem Stil und Rhythmus anzupassen. Eduard Mörike kann sich ja nicht mehr aufregen und schimpfen…

Come „poesia del mese“ abbiamo scelto questa poesia di Eduard Mörike. Si intitola „Mattino di settembre“ e racconta della nebbia che si alza e svanisce e dá spazio ad un cielo azzurro che accende i colori dell’autunno insieme al „caldo dorato“ del sole.
Dopo averla letta insieme alcune volte, abbiamo analizzato contenuto e forma. Sandro ha evidenziato con due colori diversi le parole che fanno rima.
Poi ognuno di noi ha provato a continuare con la poesia e a inventarne un proseguimento. È stato molto divertente, anche per me! Far finta di essere il poeta aiuta molto ad approfondire la poesia e a riprenderne il ritmo e lo stile. In ogni caso, Mörike non sará in grado di arrabbiarsi con noi!


A propos Mörike: Sandro hat einige biografische Daten und Stichworte zu Eduard Mörikes Leben in einer Übersicht festgehalten. Zudem haben wir darüber gesprochen, in welcher Zeit Mörike lebte und welche die geschichtlichen-politischen Hintergründe jener Epoche waren.

A proposito di Eduard Mörike: Sandro ha raccolto qui alcuni dati biografici importanti. Inoltre abbiamo discusso del periodo storico in cui viveva.

Zum Abschluss malte Sandro dieses zum Gedicht passende Bild. Um den letzten Satzteil „in warmem Golde“ darzustellen, dekorierte er das Bild mit goldfarbenen Papierstückchen.

Per concludere Sandro ha dipinto seguendo il tema della poesia. Per evidenziare l’ultima frase che parla di „caldo dorato“, ha incollato pezzetti di carta dorata.