Women’s History 1: Women in Classical Antiquity

3. März 2011

Der erste Teil unserer Reise in die Geschichte des Frauenbilds im Laufe der Zeit führt uns in die Antike.
(Ich bitte zu berücksichtigen, dass dieser Streifzug absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern dass einfach durch Beispiele die typischen Merkmale bezüglich des Frauenbilds in der jeweiligen Epoche dargestellt werden sollen. Es ist also mehr ein „Hineinschnuppern“.)
In dieser Zeit herrschte in ganz Europa die Meinung, Frauen seien „von Natur aus schwächlich, triebhaft, leichtsinnig“. Deshalb wurden sie bei Griechen und Römern, Kelten und Germanen, bei Juden und Christen unter die Aufsicht und Vormundschaft der Männer gestellt und als unmündig betrachtet und konnten sich nicht oder kaum am öffentlichen Leben beteiligen. Ihre Rolle war jene der Ehefrau, Hausfrau und Mutter.
Trotzdem gelang es einigen wenigen unerschrockenen Frauen, sich über dies hinwegzusetzen und Erfolg zu haben als Dichterinnen, Philosophinnen, Rednerinnen, Ärztinnen und Herrscherinnen. Die berühmteste griechische Dichterin zum Beispiel ist Sappho um 600 v. Chr., und auch die Mathematikerin und Philosophin Hypathia um 400 ist vielen ein Begriff.

La prima tappa del nostro viaggio nella storia femminile ci porta nell‘epoca antica.
(Vi ricordo che questo viaggetto vuole presentare, attraverso alcuni esempi, il modello di donna nelle diverse epoche, e di certo non mostra la storia femminile completa.)
In quel periodo in Europa si era dell’opinione che le donne fossero „deboli e impulsivi di natura“. Pertanto nelle societá dei Greci e dei Romani, dei Celti come dei  Germani, fra ebrei e cristiani, le donne erano tenute sotto il controllo e la tutela degli uomini e considerate immature, cioè non avevano il permesso di agire in modo indipendente. Il loro ruolo era quello di moglie, casalinga e madre.
Indipendentemente da ciò, alcune donne riuscirono comunque ad avere successo nella politica, letteratura, filosofia, medicina. Un personaggio conosciuto é la poetessa Saffo circa 600 aC, e anche la filosofa e matematica greca Ipazia di Alessandria é abbastanza conosciuta.


Hatschepsut waren wir schon in Ägypten begegnet. Sie ist ein Beispiel dafür, dass Frauen meistens nur dann an wichtige Positionen kamen, wenn es nicht anders ging: Wenn der Ehemann (Pharao, König, Kaiser usw.) plötzlich starb und der eigentliche Thronfolger (Sohn) noch zu jung war. Solche Beispiele finden wir immer wieder im Laufe der Geschichte.

Hathsepsut l’avevamo giá incontrata in Egitto. Lei é un esempio per il fatto che di solito le donne sono arrivate in posizioni di potere solo quando non si poteva evitare: quando il marito (faraone, re, imperatore ecc.) improvvisamente é morto e il successore al trono (figlio) era ancora troppo giovane. Esempi di questo tipo si trovano durante tutti i periodi storici.

Homer meinte, man müsse den Frauen grundsätzlich misstrauisch entgegentreten.
Perikles hielt es für richtig, über „gute“ Frauen nichts zu sagen, auch nichts Gutes.
Euripides hielt alle Männer für Narren, die nicht täglich über Frauen schimpften.
Platon vertrat die Ansicht, als Frauen kämen jene Männer zur Strafe auf die Welt, die im vorigen Leben schlecht gehandelt hätten.
Aristoteles nannte Frauen eine „Unvollkommenheit der Natur“.

Habt ihr euch mal die griechische Mythologie mit Frauen-Augen betrachtet? Die Frauengestalten in Illias und Odyssee spinnen und weben und sind selbstverständlich Kriegsbeute. Athene wird direkt aus einem Männerkopf geboren. Zeus schickt die erste Frau, Pandora, den Männern als Strafe für den Diebstahl des Feuers; und sie bringt auch noch eine Büchse voller Unheil, das sich über die Welt ergießt! Kassandra, Iphigenie, Medea usw. stören als Rebellinnen die männliche Ordnung und sind dem Untergang geweiht. Die kriegerischen Amazonen stellen den Alptraum der Männer dar.

Omero: Le donne vanno affrontate sempre con sospetto.
Pericle: Di donne buone non si deve parlare, nemmeno per esprimere lode.
Euripide: Gli uomini che non si lamentano delle donne ogni giorno sono degli sciocchi.
Platone: Nascono donne gli uomini che nella vita  precedente hanno agito male.
Aristotele: Le donne sono un‘ „imperfezione della natura“.

Avete mai guardato la mitologia greca con occhi femminili? I personaggi femminili in Iliade e Odissea possono filare e tessere e, naturalmente, sono bottino di guerra. Athena è nata direttamente dalla testa di un uomo. Zeus invia la prima donna, Pandora, agli uomini come punizione per il furto del fuoco; e Pandora porta anche un contenitore pieno di guai che si riversa nel mondo!  Cassandra, Ifigenia, Medea ecc. come donne-ribelli disturbano l’ordine maschile e sono condannate a fare una brutta fine. Anche le Amazzoni guerriere non sono altro che l’incubo degli uomini: donne che agiscono in modo indipendente ed autonomo.

Diese Frauengestalt habe ich auch erst jetzt kennengelernt: Eumachia. Sie ist ein Beispiel für die wenigen erfolgreich tätigen Unternehmerinnen Roms und lebte zur Regierungszeit Kaiser Augustus. Nach dem Tode ihres Mannes übernahm sie dessen Geschäfte (Tuchhandel) und wurde Patronin der Tuchhändlergilde. Auch war sie städtische Priesterin der Venus in Pompeji.

Eumachia é uno dei personaggi femminili che ancora non conoscevo. È un esempio delle poche imprenditrici di successo nell’Impero Romano; visse durante il regno dell’imperatore Augusto (31 aC – 14 dC). Dopo la morte del marito, ha continuato con la sua’attività commerciale (stoffe) ed é anche diventata patrona della corporazione dei mercanti di stoffe. Era pure sacerdotessa di Venere a Pompei.


Von den Juden übernahmen die frühen Christen den Mythos der Erbsünde, Eva wird für alles Unglück der Welt verantwortlich gemacht. Eva stammt nicht aus der Natur, sondern aus der Rippe Adams. Geschaffen wurde sie nicht um ihrer selbst, sondern um des Mannes Willen – das betont auch der Apostel Paulus. Der Gottesfluch nach dem Sündenfall dient noch lange als Rechtfertigung für die Unterdrückung der Frau. Augustinus meint um 400 n. Chr., dass es einfach der natürlichen Ordnung entspräche, dass die Frau dem Manne diene.

Dagli ebrei  i primi cristiani hanno ripreso il mito del peccato originale, Eva è accusata di tutti i mali del mondo. Eva non viene dalla natura, ma dalla costola di Adamo. Non è stata creata per essere sé stessa, ma per essere al servizio dell’uomo, come ribadisce anche l’apostolo Paolo. La maledizione di Dio dopo il peccato rimane per lungo tempo una comoda giustificazione per l’oppressione delle donne. Verso il 400 dC Agostino dichiara che corrisponde all’ordine naturale che la donna serva l’uomo.


431 findet das Konzil von Ephesus statt. Hier wird beschlossen, Maria zur Mutter Gottes zu ernennen. Im 5. Jh. kam die Kirche zu Entscheidung, dass Maria vor, während und nach der Geburt ihres Sohns Jungfrau gewesen sei. Somit wird von Männern ein klares und unerreichbares „ideales“ Frauenbild geschaffen. –
Wie aus einem Film kommt uns die Geschichte der Theodora vor. Sie war Kaiserin von Byzanz, Ehefrau des oströmischen Kaisers Justinian I. Theodora wuchs als Kind einer Schaustellerin und eines Zirkus-Tierwärters auf. Mit 25 Jahren begegnete sie Justinian, der sie heiratete. Von Beginn an trat sie als ebenbürtige Mitregentin auf. Sie veränderte die Scheidungsgesetze, erlaubte Frauen eigenen Besitzerwerb; Schauspielerinnen wurden nicht mehr geächtet und der Mädchenhandel eingedämmt. Sie starb kinderlos.

431 ha luogo il Concilio di Efeso. Qui si decide di nominare ufficialmente Maria come Madre di Dio. Nel quinto secolo la Chiesa decide la verginitá di Maria, prima, durante e dopo la nascita di suo figlio. Vi è quindi una chiara e irraggiungibile immagine „ideale“ della donna, creata da uomini. –
Interessante é la storia di Teodora. Lei era imperatrice di Bisanzio, moglie dell’Imperatore Giustiniano I. Teodora era la figlia di un’attrice e di un custode di animali da circo. A 25 anni incontra Giustiniano che la sposa. Fin dall’inizio appare come co-reggente. Cambia le leggi sul divorzio, consente alle donne l’acquisizione di proprietà e influenza la politica del marito. Muore senza figli.

Wenn ihr euch fragt, wie Sandro auf all das reagiert hat: sehr interessiert, zum Teil verblüfft und erstaunt.
Er hat sich dann noch lange den Ausstellungskatalog angeschaut und auf diese Weise schon einen Vorgeschmack auf die nächsten „Reiseziele“ erhalten.

Se volete sapere come ha reagito Sandro alle novitá: molto interessato e anche stupito e meravigliato!
Ha continuato a sfogliare il catalogo fino alla fine e cosí ha giá avuto qualche assaggio dei prossimi viaggi nella storia.

Ich finde es wichtig, dass man auch über diese Perspektive der Geschichte ein bißchen eine Ahnung hat. Immer noch handeln die meisten Geschichtsbücher von Männern in Politik, Kunst, Literatur, Musik usw., während Frauen aus denselben Bereichen nur am Rande, als Ausnahme sozusagen, vorkommen; als hätte es kaum welche gegeben. Tatsache ist, dass sie aber meistens über Jahrhunderte hinweg unbeachtet geblieben sind. Da gibt es für das kollektive Gedächtnis noch viel zu tun, finde ich.
Ich habe dieses kleine Denkspiel schon einmal beschrieben: Versucht, 5 Künstler zu nennen. Kein Problem, oder? Und jetzt: 5 Frauen aus der Kunst! Die meisten Menschen müssen da ein bißchen länger nachdenken.
Eines meiner Bildungs-Ziele für meine Söhne ist, dass sie mit derselben Leichtigkeit jeweils 5 Frauen aus Kunst, Literatur, Musik, Politik, Nobelpreisträgerinnen und Sportlerinnen und Wissenschaftlerinnen usw. nennen können. Gleichberechtigung und Chancengleichheit fangen in unseren Köpfen und Gedanken an.
John möchte die Women’s-History-Kärtchen für seine Geschichte-Lehrerin in die Schule mitnehmen, er meint das würde sie interessieren.

Penso che sia importante che si conosca almeno un po‘ la storia anche da questa prospettiva. La maggior parte dei libri di storia parla quasi esclusivamente di grandi uomini in politica, arte, letteratura, musica ecc., mentre le donne spesso appaiono poco, come eccezioni, o come se le poetesse, artiste, compositrici, donne in politica fossero state inesistenti o di poca importanza. Il fatto è che sono state ignorate per secoli. In questo senso, credo, c’é ancora molto da lavorare sulla memoria collettiva.
Ho giá una volta descritto questo piccolo gioco: Prova a dire il nome di cinque artisti. Nessun problema, giusto? Picasso, Van Gogh, Da Vinci, Michelangelo, Klee… E ora: 5 artiste! La maggior parte delle persone deve pensarci un po‘.
Uno dei miei obiettivi educativi per i miei figli è che loro siano in grado di elencare con la stessa facilità e naturalezza 5 donne in arte, letteratura, musica, politica, premi Nobel, sport, scienze e così via. Le pari opportunitá iniziano nelle nostre teste, nei nostri pensieri, negli esempi che conosciamo.
John ha giá chiesto di poter portare le cartoline di questo progetto alla sua insegnante di storia a scuola, pensa che sarebbe interessata a questo materiale.

Als „Produkt“ der Reise durch die Antike entstand dieser Leporello. Es sind dabei ganz einfach die nochmal ausgedruckten Kärtchen eingeklebt und dazu eine Zeitleiste gezeichnet und die Jahreszahlen notiert. Der Leporello ist an der letzten Seite gelocht und kann so in die Geschichte-Mappe zum Kapitel „Antike“ gegeben werden.

Il „prodotto“ di questo viaggio attraverso l’epoca antica é questo leporello. Sandro ha semplicemente incollato le cartoline ristampate un’altra volta e ha disegnato una linea del tempo vicino. Il leporello ha due buchi sull’ultima pagina, cosí puó essere semplicemente inserito nel raccoglitore di storia, nel capitolo „epoca antica“.


Demnächst wollen wir auch das Frauenmuseum Meran besuchen. Das Museum ist vor kurzem in neue Räumlichkeiten umgezogen und wird im April offiziell neu-eröffnet.
Habt ihr auch ein Frauenmuseum in eurer Gegend?

Prossimamente visiteremo anche il Museo delle Donne di Merano che poco fa é traslocato in una nuova struttura, ad aprile ci sará l’apertura ufficiale.
Anche voi avete un museo delle donne nelle vostre vicinanze?


Women’s History (Intro)

2. März 2011

Wie angekündigt gibt es in diesem Jahr ein spezielles „Bildungsprojekt“ für Sandro. Anlass sind die 100 Jahre Internationaler Tag der Frauen am 8. März.
Das Projekt besteht darin, dass wir in diesen Tagen einen Spaziergang durch die Geschichte der Frauen unternehmen – wieder mal an der Zeitschnur – und gucken und diskutieren, wie das Frauenbild sich mit dem Lauf der Geschichte verändert hat, vor allem in Europa und Italien. Unterwegs gibt es immer wieder Begegnungen mit besonderen Frauen in den unterschiedlichen Epochen.
Natürlich habe ich dafür wieder eigene Kärtchen hergestellt. Ich drucke sie jeweils zweimal aus: einmal für die Zeitschnur und einmal um damit etwas zu machen: ein Schaubild oder ein Lapbook oder was auch immer uns einfallen wird.
Grundlage für die Kärtchen sind der Katalog zur Ausstellung „Vote for Women“ (leider habe ich die Ausstellung damals nicht gesehen), die Broschüre des Frauen-Netzwerks „Donne in cammino“ über die Frauengeschichte Südtirols und Italiens, sowie das Buch mit 100 Frauenbiografien „Ohne Frauen ist kein Staat zu machen„.
Bald geht’s los – begleitet ihr uns?

Come annunciato quest’anno, in occasione dei 100 anni di Giornata Internazionale delle Donne, per Sandro ho pensato ad un progetto particolare: un viaggio nella storia femminile, da epoca in epoca.
Un viaggio, come al solito, con la nostra corda del tempo. Per analizzare come il modello di donna é cambiato con il tempo in Europa e in Italia; per discutere, riflettere, anche per conoscere donne particolari.
Naturalmente ho di nuovo preparato delle cartoline apposta. Le stampo due volte: una volta per la corda del tempo, l’altra volta per poterci fare qualcosa: un lapbook, un cartellone o qualcosa del genere, per ogni epoca.
Come base ho utilizzato: il catalogo della mostra „Vote for women“, l’opuscolo „Donne in cammino“ che racconta la storia femminile della mia provincia, e un libro con 100 biografie di donne importanti nella storia.
Fra un po‘ il viaggio inizia. Venite anche voi?